Gewalt gegen Frauen stoppen!

Im Wochentakt erreichen uns in Österreich Nachrichten von Frauen, die von Männern ermordet werden. 19 Frauenleben sind heuer schon die traurige Bilanz. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs männlicher Gewalt gegen Frauen: Jede fünfte Frau in Österreich ist von Gewalt betroffen [1]. Die Täter sind dabei meist Männer aus dem Bekanntenkreis. Das kann es für Betroffene besonders schwierig machen, darüber zu sprechen und Behörden einzuschalten – häusliche Gewalt ist weiterhin ein Tabuthema, über das nicht gesprochen wird.

Unter türkisblau wurde die Lage noch verschlimmert: Am 1.1.2020 ist ein vermeintliches “Gewaltschutzpaket” in Kraft getreten, das neue Hürden für Betroffene mit sich bringt und Gewaltprävention und Aufklärungsarbeit außen vor lässt [2].

Und jetzt? Wie viele Frauen müssen noch sterben, bis die Politik endlich handelt? Im Regierungsprogramm sind dem Thema einige schwammige Formulierungen gewidmet, das ohnehin unzureichende Budget wurde von 12 auf 14,6 Millionen Euro aufgestockt. 

Das reicht nicht – wir müssen jetzt handeln! Deshalb appellieren wir an die Frauenministerin: Setzen Sie echten Gewaltschutz für Frauen endlich um!

 

Unsere Forderungen:

1. Mehr Geld für die Prävention: Damit Gewalt gar nicht erst entsteht. Berechnungen zufolge müsste Österreich 210 Millionen Euro in Präventionsmaßnahmen investieren [3]. Derzeit beträgt das Budget des Frauenministeriums 14,5 Millionen - das sind weniger als 7% als was es brauchen würde.

2. Eine flächendeckende Bewusstseins- und Informationskampagne: Damit die Hilfe auch wirklich bei den Betroffenen ankommt und das Problem gesamtgesellschaftlich angepackt wird – hier sollten schon die Jüngsten sensibilisiert werden.

3. Geschultes Personal in allen Anlaufstellen, von der Polizei bis hin zur Justiz: Damit Betroffene in Fällen häuslicher Gewalt schnell geeignete Unterstützung bekommen und sich sicher und gut aufgehoben fühlen, wenn sie sich an die Behörden wenden.

 

Anmerkung: Mit “Frauen” meinen wir alle Frauen und alle als Frauen lesbaren Personen.

Quellen: 
[1] AOEF.at: Zahlen & Daten (aufgerufen am: 11.12.2019)
[2] DerStandard.at, 24.9.2019: Scharfe Kritik an geplantem Gewaltschutzpaket
[3] AOEF.at: Österreichischer NGO-Schattenbericht für GREVIO (aufgerufen am: 30.10.2019)